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Open Access bei Monopol-VDSL schleppend

Juni 9, 2009

Während Heise Online meldet, dass die Verhandlungen zwischen Vodafone und der Deutschen Telekom in Sachen Resale von VDSL-Verträgen gut voran kommen, meldet der VATM gegenteiliges. So richtig gut ginge es nicht voran. Aus wettbewerbspolitischer Sicht ist das verständlich. Als Quasi-Monopolist bei der neuen Technik möchte man das Geschäft mit dem Endkunden lieber alleine machen und die Monopolrente nicht mit dem Wettbewerb teilen. Der Verbraucher bleibt dabei auf der Strecke. Aber auch der Infrastrukturwettbewerb, der schneller zu einer grösseren Durchdringung und niedrigeren Preisen sorgen würde.

5 Kommentare

  1. Ich finde es schon erstaunlich, dass der VATM besser informiert sein soll, als die offenbar an Verhandlungen beteiligten Unternehmen. Insofern sollte jeder Leser selbst entscheiden ob ein Verband oder ein Unternehmen näher an der Marktentwicklung ist.

    Die wettbewerbspolitische Sicht ist eindeutig: Investiert wird nur, wenn sich die Investition lohnt. Wenn einer investiert, kann man demjenigen doch nicht vorwerfen er würde nur die Monopolrente abgreifen wollen. Man sollte viel mehr fragen, warum kein anderer investiert. Das was die Deutsche Telekom da tut, kann doch jedes andere Unternehmen in Deutschland auch machen. Der Regulierer hat dafür immerhin die Optionen eröffnet. Mittlerweile sprechen wir doch auch in Deutschland nicht mehr von „kleinen finanzschwachen Attackern“ die im Wettbewerb unterwegs sind, sondern von den großen europäischen ehemaligen Monolisten, die in den eigenen Heimatländern vergleichbare Positionen haben, wie die Deutsche Telekom in Deutschland.

    Den Infrastrukturwettbewerb zu behindern, indem man eine „Resale-Verpflichtung“ fordert ist doch wettbewerbspolitischer Humbug. Damit zementiert man nur das Monopol… aber genau von diesem Zwist zwischen dem Monopolisten und seinen Wettbewerbern lebt der VATM. Insofern ist es doch nicht so verwunderlich, dass der VATM die Situation offenbar etwas pessimistischer sieht, als die beteiligten Unternehmen.

    Der informierte Leser kann sich aber seine eigene Meinung über derart vordergründige Lobby-Arbeit machen. Leserinnen natürlich ebenso ;-)


  2. - Nachtrag -

    Noch eine kleine Denksportaufgabe: Welches der in Deutschland heute vorhandenen Telekommunikations-Netze würde man am ehesten als „Open Access Network“ bezeichnen können?


  3. Wenn die Meinung des VATM hier wieder gegeben wird, handelt es sich nicht um Lobby-Arbeit.

    Und die wettbewerbspolitische Sicht ist nicht eindeutig. Selbstverständlich ist auch bei Open Access die Investition gesichert. Durch höheren Wettbewerbsdruck gelingt die Marktdurchdringung schneller, so dass niedrigere Resale-Preise schneller refinanziert werden. Sinnvoll wäre mit Sicherheit die Einrichtung einer einzigen Netzgesellschaft, die sich auf Bau und Betrieb des Netzes konzentriert und den Wettbewerbern zu gleichen Preisen garantiert.

    Die DTAG hat ja versucht, sich mit dem von Ihnen erklärten Argument „Regulierungsferien“ zu erkaufen.

    Welcher auslädnische Ex-Monopolist hinter VODAFONE steht, ist mir übrigens unbekannt. Bei allen anderen gilt, das Investitionen, die in Realität ja für 10 oder 20 Jahre wirken, trotzdem innerhalb von zwei oder vier Jahren abgeschrieben werden, ja auch im Heimatland anfallen. In Deutschland soll der Investitionsbedarf bei 50 – 70 Mrd. € liegen. Das zahalt keiner aus der Portokasse.

    Trotz des Dissenses. Vielen Dank für den Kommentar.


  4. „Sinnvoll wäre mit Sicherheit die Einrichtung einer einzigen Netzgesellschaft, die sich auf Bau und Betrieb des Netzes konzentriert und den Wettbewerbern zu gleichen Preisen garantiert.“

    …also doch kein Infrastrukturwettbewerb, sondern ein Access-Monopolbetrieb. Warum eigentlich nicht? Stellt sich dann aber doch noch die Frage: Staatlich oder privatwirtschaftlich organisiert?

    Da die Branche einen solchen Zusammenschluss privatwirtschaftlich nichtmal bei der im Verhältnis „Peanuts“-Investition ADSL-Einführung hinbekommen hat – warum sollte das bei FTTX klappen?

    Bleibt also nur „staatlich“: Da ist es schon erstaunlich, dass ein Interessensverband der Privatwirtschaft einen neuen staatlichen Monopolbetrieb fordert.

    Wenn man keinen (neuen) staatlichen Monopolbetrieb will, sollte doch der VATM lieber mal die Branchenspieler zusammen bringen und eine solche Netzgesellschaft aufziehen anstatt ein Resale-Angebot von der Telekom zu fordern und sich damit die wenigen investitionsbereiten Player, die tatsächlich etwas für die Infrastruktur in Deutschland tun wollen, auch noch zu vergraulen.

    …trotz der vielleicht etwas starken Worte: Respekt für die offene Dikussion!


  5. Ich würde das australische Modell favorisieren, das hier beschrieben wurde:

    http://ftthstattdsl.wordpress.com/2009/04/08/australien-rustet-digital-auf-statt-abzuwracken/

    Das Problem besteht darin, dass die Abschreibung der 50 Mrd €, die Glasfaser flächendeckend kosten würde,in den Unternehmen in 4 Jahren bewerkstelligt werden muß. Investiert der Staat und holt es sich während des Betriebes an der Börse zurück, ist die Konstruktion ideal. Carrier können immer noch als Betreiber eines Teilnetzes auftreten. So entsteht Wettbewerb.

    Da wir aber lieber Opel retten, bleibt die zweitbeste Lösung. Unternehmen investieren und öffnen gegenseitig ihre Netze.



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