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VDSL-Resale: Monopol statt Wettbewerb

Juli 9, 2009

„Die Einigung mit der Telekom ist aber nur eine Scheinlösung, da das Monopol der Telekom bei VDSL bestehen bleibt. Vodafone möchte gerne in die Infrastruktur investieren, um ein echtes Konkurrenzangebot zu schaffen. Aber bei diesen Verhandlungen haben wir bisher keine Einigung erzielt und werden notfalls zum Regulierer gehen müssen“, sagte ein Vodafone-Sprecher.

Die blanke Not treibt die Telekom-Wettbewerber in deren Arme. Denn die Kabelnetzbetreiber bieten Anschlüsse mit bis zu 30 mbit/s an, wenn  Vodafone und Co. auf Kunden nicht verzichten will, die so schnelle Anschlüsse nutzen wollen, müssen sie auf das neue Festnetzmonopol der Telekom zurückgreifen. Da zeigt sich die fatale Wirkung der „Regulierungsferien“, die einen Anbieter vor Infrastrukturwettbewerb schützt und statt dessen hohe Preise für den Verbraucher bedeutet.

Der Misserfolg der Telekom bei der Veräußerung von IPTV zeigt allerdings, dass auch Monopolisten scheitern können, wenn sie ihren Kunden Produkte anbieten, die die gar nicht wollen.

Ein Kommentar

  1. Fakt ist, dass
    a) die Kabelnetze den Infrastrukturwettbewerb darstellen (das ist im Übrigen auch im europäischen Ausland – insbesondere in der vielgepriesenen Schweiz – der Fall)und
    b) die BNetzA nicht müde wird zu betonen, dass die regulatorischen Voraussetzungen für Infrastrukturwettbewerb (KVz-TAL, Kabelkanalzugang etc) lange vorliegen.

    Die „Regulierungsferien“ beziehen sich ja auch lediglich auf die Verpflichtung zu einem ex-ante regulierten Bitstream-Angebot. Eine Leistung, von der Vodafone jetzt sagt, dass es nur eine Scheinlösung ist – im Übrigen: die selbe Position, die auch die Telekom seit Jahren vertritt.

    Die gleiche Position hat im Übrigen auch die NetCologne vertreten („Bitstream ist ein Produkt, welches Deutschland nicht braucht.“)

    Tatsächlich scheuen einige Wettbewerber offenbar den Aufwand sich selbst darum zu kümmern, wie man Infrastruktur effizient planen und aufbauen kann. Das zeigt sich schon daran, dass man jetzt die BNetzA vor den eigenen Karren spannen will um an die Planungsdaten (Infrastrukturatlas) und Vereinbarungen mit den Infrastruktureigentümern zu bekommen. Dass eine Behörde diese Branchenaufgabe nicht sinnvoll übernehmen kann, hat sich schon am Breitbandatlas gezeigt.

    …zum vermeintlichen „scheitern“ der Telekom bei IPTV: Wer hat denn ein besser laufendes Angebot in einem vergleichbaren Umfeld? Dass sich die Telekom mehr davon versprochen hat, sei unbenommen. Aber es ist schon sehr einfach zu behaupten, jemand wäre „gescheitert“ wenn man nicht zeigen muss, dass man es besser machen kann.

    Warum beschwert sich eigentlich niemand darüber, dass die Kabelnetzbetreiber ihre Infrastruktur nicht öffnen müssen?



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